29.12.2018 
Technologie-Trends

Buzzwords im Check: Was ist 2018 besser geworden?

Von und

2. Teil: 5G - Privatjets für alle?

Huawei-Zentrale in Shenzhen
AFP
Huawei-Zentrale in Shenzhen

Das Versprechen: Eine neue Generation der Mobilfunktechnik gibt es alle paar Jahre - doch die nächste, die fünfte Generation nach gängiger Zählung (daher "5G"), soll alles anders machen: nicht bloß die Daten um bis zu 1000-fach schneller übertragen, sondern vor allem die Reaktionszeit zwischen Sender und Empfänger minimieren. Dann erst sind autonomes Fahren und viele andere große Versprechen in unserem Buzzword-Check überhaupt erst möglich.

Die Realität: Hinter den luftigen Versprechen stehen ganz konkrete Geräte, die erst einmal gebaut werden müssen - so profane Dinge wie Funkmasten und Basisstationen. Ein flächendeckendes 5G-Netz in Europa würde laut Telekom-Chef Tim Höttges Investitionen von 300 bis 500 Milliarden Euro erfordern. Sich diese Leistung von den Kunden vergüten zu lassen, wird auf dem Markt ein Kunststück. Selbst die USA haben deshalb erwogen, das Netz in Staatsregie zu bauen - die Idee aber wieder verworfen.

Immerhin: Eine ganze Reihe lokale 5G-Netze gibt es schon, auch in Deutschland. 2019 werden in China und anderswo großflächige Versuche starten, bald kommen 5G-fähige Smartphones. Was bislang entsteht, ist allerdings alles noch Prä-Standard - auf eine einheitliche Definition, was 5G leisten muss, hat sich die Industrie noch nicht geeinigt. Mit dem chinesischen Konzern Huawei nehmen die USA derzeit ausgerechnet den Entwicklungsführer aufs Korn.

In Deutschland steht mit der Auktion der 5G-Frequenzen im Frühjahr der Auftakt für einen sparsamen Ausbau an. Höttges nannte die staatlichen Anforderungen auf dem Digitalgipfel Anfang Dezember trotzdem eine Zumutung: "Versorgung in jeden Winkel auf jeder Milchkanne", das sei wie "Privatjets für alle". Laut "Economist" müssen wir uns darauf einstellen, dass 5G zwar viel schneller wird als das alte 4G-Netz - aber viel langsamer kommt.

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