17.07.2018 
Automatische Geldanlage im Test

Diese Chefinnen legen Ihr Geld günstig an

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Die Chefinnen des Start-ups Whitebox schaffen es auf Platz zwei: Dr. Birte Rothkopf (l.) und Salome Preiswerk
Whitebox
Die Chefinnen des Start-ups Whitebox schaffen es auf Platz zwei: Dr. Birte Rothkopf (l.) und Salome Preiswerk

Robo-Advisor wollen günstig und transparent sein. Doch gerade in diesen Punkten schneiden zahlreiche Anbieter der automatisierten Geldanlage schlecht ab, zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest.

Die Computerprogramme hinter den Roboter-Berater managen selbstständig das Vermögen eines Kunden und passen sein Portfolio regelmäßig an. Diese Verwaltung soll nicht nur wenig kosten, sondern auch menschliche Emotionen aus den Anlageentscheidungen heraushalten. Am Ende soll ein besseres Finanzergebnis stehen.

Die Tester haben nun überprüft, wie gut Kunden informiert werden, wie hoch die Gebühren sind und ob sich Mängel im Portfolio finden lassen. Einbezogen wurden insgesamt 14 Anbieter, bei denen die Mindestanlagesumme unter 100.000 Euro liegt.

Nur zwei davon erreichen ein Qualitätsurteil von "gut". Quirion der Privatbank Quirin belegt Platz eins und startete bereits 2013. Damit war Quirion eines der ersten Angebote seiner Art in Deutschland. Auf dem zweiten Platz folgt das Freiburger Start-up Whitebox, das die ehemaligen Beraterinnen Birte Rothkopf und Salome Preiswerk im Januar 2016 an den Markt brachten. Das Angebot der Deutschen Bank, Robin, erreicht Platz drei.

Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegen die Robo-Advisor der Commerzbank-Tochter Comdirect und der Warburg Bank. Sie werden mit einer mangelhaften Note von 5,5 bewertet.

Die Portfolios sind nicht immer breit gestreut

Cominvest, so kritisieren die Tester, informiere seine Kunden nur ausreichend und sei der teuerste Anbieter mit Kosten von 1,87 Prozent des Anlagewerts pro Jahr. Die Mängel im Portfolio hält die Stiftung Warentest für so eklatant, dass sie die Gesamtnote von Cominvest abwertet. "Das gesamte Depot ist viel zu unausgewogen und erfüllt in keiner Weise die Anforderungen an eine breite Risikostreuung", heißt es im Testbericht. Auf eine Anfrage reagierte der Betreiber Comdirect bisher nicht.

Den Warburg Navigator mit 1,57 Prozent Gebühren pro Jahr finden die Tester ebenfalls zu teuer. Die Kunden würden nur mangelhaft informiert - ein Punkt, auf den im Test besonders geachtet wurde.

Bei Warburg sieht man das naturgemäß anders: "Wir finden, dass wir unsere Kunden schnell und gut informieren." Ein Vergleich der Marktangebote sei zwar grundsätzlich sinnvoll und hilfreich für die Anleger. Der starke Fokus auf den Preis sei aber fragwürdig. "Auf die Qualität des Asset-Managements gehen die Tester nicht ein", kritisiert ein Sprecher. Das sei aber für den Kunden das zentrale Element.

Die Stiftung Warentest erklärt diese Entscheidung damit, dass die Anbieter noch nicht lang genug am Markt seien, um Aussagen über deren Abschneiden treffen zu können.

Bemerkenswert ist noch das Urteil über Scalable Capital. Es gilt als das erfolgreichste deutsche Start-up im Bereich des Robo-Advising und hat unter anderem damit für Schlagzeilen gesorgt, dass es nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Milliarde Euro Kapital für seine Kunden anlegt. Finanzgigant BlackRock hat vergangenen Sommer in das junge Unternehmen investiert.

Die Stiftung Warentest kritisiert allerdings, dass das Portfolio "deutliche Mängel" aufweise. Konkret habe man Übergewicht bei bestimmten Assetklassen gefunden. Das Portfolio sei nicht so ausgewogen wie klassischerweise üblich. Deswegen erreicht das Start-up nur die Gesamtnote "befriedigend".

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