02.07.2018 
Chinesische Antwort auf Softbanks Vision-Fund

Was Masayoshi kann, kann Xi schon lange

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Masayoshi Son: Der Vision Fund des Softbak-Gründers ruft Nachahmer auf den Plan
REUTERS
Masayoshi Son: Der Vision Fund des Softbak-Gründers ruft Nachahmer auf den Plan

Wenn in der Tech-Branche von Softbanks Vision Fund die Rede ist, ist oft so etwas wie Ehrfurcht zu spüren: Zum einen für die Unternehmen, die mit ihrem Geschäftsmodell die Aufmerksamkeit des milliardenschweren Investmentvehikels aus London auf sich ziehen konnten und eines Einstiegs für würdig erachtet wurden. Zum anderen aber auch wegen der schieren Geldmassen, die der in London ansässige Fonds in Unternehmen zu investieren pflegt.

Doch nun hat der legendäre Vision Fund von Softbank-Chef Masayoshi Son Konkurrenz bekommen - aus China. Rund 15 Milliarden Dollar (100 Milliarden Renminbi) ist demnach der Tech Fonds schwer, den die staatliche China Merchants Group laut einem Bericht der "Financial Times" mit Hilfe eines Partners in London ins Leben rufen will.

Bis zu 40 Milliarden Renminbi des zunächst auf chinesische Technologiewerte fokussierten China New Era Technology Funds sollen demnach von der China Merchants Group sowie anderen nicht genannten chinesischen Unternehmen kommen. Der Rest soll von Regierungen, Universitäten und anderen Technologiefirmen eingesammelt werden. Langfrisitig sollen aber auch internationale Investments ins Auge gefasst werden, schreibt die Zeitung weiter.

Unterstützung für den Aufbau des Fonds holt sich die China Merchants Group unter der Ägide von Staatschef Xi Jinping laut "FT" bei der britischen Centricus, die auch Softbank beim Aufbau ihres Vision Funds geholfen habe. Sowie bei der SPF Gruppe, bei der laut "FT" Joshua Fink, der Sohn von BlackRock-Gründer Larry Fink Partner ist.

SPF und Centricus - unter der Führung des Ex-Deutsche-Bankers Nizar Al-Bassam und Ex-Goldman-Sachs-Partners Dalinc Ariburnu - sollen das Einwerben der weiteren 60 Milliarden Renminbi übernehmen. Dem Blatt zufolge verfügen beide über gute Kontakte zu Staatsfonds aus dem Nahen Osten, die sie auch für Softbanks Vison Fund haben spielen lassen. Mit dem Ergebnis das sowohl das Investmentvehikel Saudi Arabiens als auch Abu Dhabis zusammen 60 Milliarden Dollar an Investmentzusagen tätigten.

Der "New Era Technology Funds" ist nicht der einzige, der angesichts der rasanten Entwicklung im Digitalbereich neben der Softbank im Investmentsektor neue Dimensionen anstrebt. So plant laut "FT" auch Sequoia einen acht Milliarden Dollar schweren globalen Fonds.

Die China Merchants Group, zu der unter anderem die auch im Westen bekannte Logistikunternehmen Sinotrans gehört, verfügt bereits über extensive Erfahrungen im Tech-Investmentgeschäft. Über ihre Tochter China Merchants Fund ist CMG unter anderem einer der Hauptinvestoren beiXiaomis Börsengang in Hongkong.

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