26.10.2018 
48 Mitarbeiter in zwei Jahren entlassen

Sexuelle Belästigung - Google soll den Android-Erfinder geschützt haben

Von
Android-Macher Andy Rubin im Jahr 2011
DPA
Android-Macher Andy Rubin im Jahr 2011

90 Millionen US-Dollar soll Android-Erfinder Andy Rubin zugesichert bekommen haben, als er Google im Oktober 2014 verließ. Larry Page, Gründer des Suchmaschinen-Konzerns, gab Rubin warme Worte mit auf den Weg. Was der Konzern nicht verriet: Zuvor hatte eine Mitarbeiterin Andy Rubin beschuldigt, sie in einem Hotel zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Google soll den Vorfall untersucht und die Vorwürfe als glaubwürdig befunden haben, berichtet die "New York Times".


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Demnach soll Rubin schon zuvor negativ aufgefallen sein: Auf dem Arbeitscomputer des Managers seien Pornovideos gefunden worden, woraufhin Google in dem Jahr Rubins Bonus gekürzt habe. Eine Mitarbeiterin soll er außerdem bezahlt haben, um über die Frau bestimmen zu können, zitiert die "New York Times" aus einer Mail Rubins.

Laut Recherchen der Zeitung ist Andy Rubin einer von mindestens drei Top-Managern bei Google, der nach Beschuldigungen der sexuellen Belästigung Millionen für den Abgang geschenkt bekam. So soll auch Amit Singhal, Senior Vice President des Bereichs "Suche", 2016 großzügig bedacht worden sein. Eine Mitarbeiterin hatte ihm vorgeworfen, sie auf einer Party begrabscht zu haben. Mit der Zahlung wollte Google laut Bericht verhindern, dass Singhal zu einem Wettbewerber wechselt. Im Silicon Valley herrscht ein massiver Wettkampf um Fachkräfte.

Der Manager fand schnell einen neuen Job: als Programmierchef beim Mobilitätsdienst Uber. Einige Wochen später deckte das Tech-Magazin "Recode" die Vorwürfe gegen Singhal auf, woraufhin er die Stelle wieder verlor.

48 Mitarbeiter in zwei Jahren entlassen

Nach Erscheinen des aktuellen Artikels schickte Google-CEO Sundar Pichai am Donnerstag eine E-Mail an seine Mitarbeiter. Darin erklärte er, der Konzern habe in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens entlassen. Darunter seien 13 Manager in wichtigen Positionen gewesen, keiner habe Geld beim Abgang erhalten.

Pichai betont, man fahre einen immer härteren Kurs gegen unangemessenes Verhalten. Google solle ein sicherer Arbeitsplatz sein.

Derweil sieht Andy Rubin sich selbst als das Opfer. Er habe Google freiwillig verlassen, teilte er der "NYT" mit. "Vor allem habe ich nie eine Frau dazu gezwungen, in einem Hotelzimmer Sex zu haben. Diese falschen Anschuldigungen sind Teil einer Hetzkampagne meiner Ex-Frau, um mich während unserer Scheidung und des Sorgerechtsstreits zu verunglimpfen."

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