12.02.2019 
Gewinn und Umsatz kletterten zweistellig

Finanzcheck treibt Scout24-Umsatz und drückt Rendite

Online-Marktplatzbetreibers Scout24
DPA
Online-Marktplatzbetreibers Scout24

Der Onlinemarktplatz-Betreiber Scout24 wächst dank seiner Finanz-, Immobilien-, und Autoportale kräftig. Der neueste Erwerb, das Finanzportal Finanzcheck.de, bescherte dem MDax-Konzern einen höheren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr - und drückte zugleich wegen gestiegener Kosten die Rendite.

Der von Investoren umworbene Portalbetreiber Scout24 punktet nach dem Kauf des Kreditvermittlers Finanzcheck mit Gewinn- und Umsatzzuwächsen. Der Umsatz stieg 2018 um 12,5 Prozent auf 531,7 Millionen Euro und lag damit in der Mitte der prognostizierten Spanne. Ohne Finanzcheck wäre Scout24 um 10 Prozent gewachsen.

Der Ebitda-Gewinn kletterte um 10,5 Prozent auf 257,3 Millionen Euro, wie der Betreiber von "Immobilienscout24.de" und "Autoscout24.de" am Dienstag mitteilte. Der Nettogewinn sprang um fast die Hälfte auf 165 Millionen Euro. "Das starke Wachstum in allen unseren drei Segmenten lässt uns mit großer Zuversicht auf das Jahr 2019 und darüber hinaus schauen", sagte der neue Vorstandschef Tobias Hartmann.

Kosten für die Übernahme drückten Rendite

Dabei knabberten die Ausgaben für Berater bei der Übernahme von Finanzcheck, die Kosten für Investmentbanker, die die Offerten der Finanzinvestoren prüfen sollten, sowie Aktien-Boni für das Management mit zusammen 34,2 Millionen Euro am Ergebnis.

Ohne diese Sonderkosten lag die Ebitda-Marge aus dem laufenden Geschäft bei 54,8 Prozent und damit am unteren Ende der avisierten Spanne. Ohne das margenschwächere Geschäft von Finanzcheck wäre die Umsatzrendite auf 56,5 (2017: 53,5) Prozent gestiegen.

Finanzcheck gehört seit September zu Scout24. Durch die 285 Millionen Euro teure Übernahme stieg die Verschuldungsquote stark an: auf das 2,6-fache des operativen Gewinns. Die Aktie im MDax notierte Aktie von Scout24 gab am Dienstag leicht auf 40,42 Euro nach.

Der Vorstand hatte im Januar ein 4,7 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone über 43,50 Euro je Aktie als zu niedrig zurückgewiesen. Der Berliner Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 war mit seinem Interesse an Autoscout24 nach Informationen ebenfalls abgeblitzt. Hellman & Friedman selbst hatte das Unternehmen erst vor drei Jahren für 30 Euro je Aktie an die Börse gebracht.

rei/Reuters/dpa

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