27.11.2018 
Nach hohem Verlust im dritten Quartal

Der Sommer ist schuld - Rockets Möbelshop Home24 senkt Prognose

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Die Home24-Vorstände Johannes Schaback, Marc Appelhoff, Christoph Cordes und Philipp Kreibohm (v.l.)
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Die Home24-Vorstände Johannes Schaback, Marc Appelhoff, Christoph Cordes und Philipp Kreibohm (v.l.)

Das Geschäft des Online-Möbelshops Home24 bleibt hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz wuchs im dritten Quartal um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und lag bei 69,9 Millionen Euro. Bereinigt um Fremdwährungseffekte betrug das Wachstum 16 Prozent. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen am Dienstag, dass die ursprüngliche Prognose für das Jahr 2018 nicht erreicht werde.

Ursprünglich waren 30 Prozent Umsatzwachstum angedacht, jetzt sollen es noch 20 Prozent sein. Als Grund nennt der E-Commerce-Händler, der 2009 von dem Berliner Investor Rocket Internet gestartet wurde, den heißen Sommer.

Die Kosten für den Verkauf und Vertrieb stiegen um fast ein Drittel, wie der Quartalsbericht zeigt. Vor allem liege das an den höheren Ausgaben für Werbung. Mit mehr Marketing versuchte Home24, die schwächere Nachfrage zu kompensieren. Weiter sei es zu "temporären Ineffizienzen" durch die Installation einer neuen ERP-Software gekommen. Damit werden die betrieblichen Abläufe geplant und gesteuert.

15 Millionen Euro Verlust im dritten Quartal

Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Verlust von 15,2 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge verschlechterte sich verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozentpunkte auf minus 19 Prozent.

Nach den ersten neun Monaten 2018 steht insgesamt ein Umsatz von 221 Millionen Euro in den Büchern. Das ist ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, inklusive der Fremdwährungseffekte. Bereinigt um diese Einflüsse liegt das Wachstum von Home 24, das in Europa und Lateinamerika aktiv ist, bei 18 Prozent.

Positiver Ausblick dank Weihnachtsgeschäft

Für das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft geht Home24 von einem Umsatzplus zwischen 25 und 31 Prozent aus. Damit käme das Unternehmen auf einen Jahresumsatz von bis zu 323 Millionen Euro. Unverändert wollen die Berliner dabei Ende 2019 - erstmals und zehn Jahre nach der Gründung - die Gewinnschwelle erreichen (Ebitda-Basis). 2017 betrug der Verlust noch 22 Millionen Euro, in diesem Jahr ist er schon jetzt mit einem Minus von rund 27 Millionen Euro in den ersten neun Monaten höher.

Home24 war im Juni an die Börse gegangen. Anleger dürfte die bisherige Kursentwicklung kaum zufriedenstellen: Zwar konnte das zum Ausgabepreis von 23 Euro gestartete Papier im ersten Monat zulegen, doch danach ging es abwärts. Seit dem Hoch im Juli mit 31,6 Euro hat sich der Aktienpreis auf 13 Euro mehr als halbiert. Die Quartalszahlen wurden am Dienstag von den Investoren positiv aufgenommen: Die Aktie stieg zwischenzeitlich um knapp 2 Prozent.

Der zweite Möbelshop aus dem Portfolio der Berliner Firmenfabrik Rocket Internet ging Anfang Oktober ebenfalls an die Börse: Westwing . Vor dem Schritt hatte die Firma einige Märkte gestrichen und Stellen reduziert. Im Gegensatz zu Home24 schrieb das Unternehmen von Delia Fischer, Stefan Smalla und Florian Drabeck ein schwach positives Ergebnis in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Das dritte Quartal sorgte allerdings auch bei Westwing für Verluste. Der Preis der Aktie beträgt derzeit 19,05 Euro, während der Ausgabepreis noch bei 26 Euro lag.

Mit Material von dpa

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