19.07.2018 
Modeshop mit Milliardenbewertung

300-Millionen-Investment für Otto-Tochter About You

Von
About-You-Geschäftsführer Tarek Müller
About-You-Geschäftsführer Tarek Müller

Das vom Handelskonzern Otto gegründete Mode-Start-up About You erhält 300 Millionen US-Dollar von Investoren. Nach Unternehmensangaben wurde der Onlineshop bei der Transaktion damit mit etwa einer Milliarde Dollar bewertet.

Das meiste Geld gibt der Investmentarm des dänischen Bekleidungsunternehmens Bestseller A/S, das Ketten wie Vero Moda und Jack & Jones betreibt. Zuletzt schrieb Bestseller einen Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Euro. Wie viele Anteile die Dänen übernehmen, ist noch nicht öffentlich. Otto spricht von einer zweistelligen Prozentzahl.

Bereits im Oktober 2017 wurde bekannt, dass der Konzern neue Investoren für seine Tochterfirma sucht. Mit dem frischen Kapital soll About You größer werden. Das Ziel: Schon in drei bis vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro umsetzen. Dann will Otto das Start-up an die Börse bringen.

Tatsächlich wächst About You schnell: Das Start-up erwartet für das Geschäftsjahr 2018/2019 eine Umsatzsteigerung von 283 Millionen Euro auf 450 bis 480 Millionen Euro. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen nicht. Auf Nachfrage heißt es von About You: "Wir könnten mittlerweile profitabel sein, investieren aber weiterhin in Wachstum, die Expansion in weitere Länder sowie den Aufbau neuer Geschäftsfelder."

Benjamin Otto hat das junge Unternehmen 2014 aufgesetzt. Es soll das Angebot von Otto, das kürzlich sogar seinen bekannten Katalog einstellte, verjüngen und mit dem Vorbild Zalando aus Berlin konkurrieren. Auch nach der aktuellen Finanzierungsrunde bleibt die Otto Group der größte Anteilseigner. Daneben ist unter anderem der Beteiligungsarm von ProSiebenSat.1 an About You beteiligt.

Durch den hohen Geldzufluss zählt das junge Modeunternehmen nun zu den sogenannten Einhörnern - Start-ups, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Wie eine aktuelle Analyse zeigt, gibt es in Deutschland ohne About You acht weitere Firmen, die in diese Kategorie fallen. Im europäischen Vergleich droht Deutschland, das den dritten Platz erreichte, allerdings weiter zurückzufallen: Die Studienmacher sehen mehr Potenzial in Skandinavien und Israel.

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