02.07.2018  Milliarden-Deal für Open-Source-Profi

Deutscher Linux-Spezialist Suse wechselt Besitzer

Suse feierte 2017 sein 25-jähriges Bestehen - nun wechselt das Unternehmen erneut den Besitzer
DPA
Suse feierte 2017 sein 25-jähriges Bestehen - nun wechselt das Unternehmen erneut den Besitzer

Das deutsche Linux-Unternehmen Suse gehört künftig dem schwedischen Finanzinvestor EQT Partners an. Für 2,5 Milliarden Dollar verkauft der bisherige Eigner, die britische Softwarefirma Micro Focus, den Betreiber des Open-Source-Betriebssystems für Unternehmen. Mit dem Abschluss der Transaktion werde Anfang 2019 gerechnet, berichten die Unternehmen.

Während die Briten mit den Einnahmen unter anderem ihre Schulden reduzieren wollen, freut sich Suse -Chef Nils Brauckmann über mehr Selbstständigkeit: "Wir werden ein vollkommen unabhängiges Unternehmen." Der Verkauf erfolge zu einem guten Zeitpunkt, da die Nachfrage nach Open-Source-Software zunehme. EQT kündigte an, Suse werde sich künftig auf den Aufbau seines Cloud-Geschäfts und neue Produkte konzentrieren.

In Zeiten, wo sich neue Technologien rasant entwickeln, sind Anwendungen, deren Quelltexte öffentlich zugänglich und eben nicht durch Patente geschützt sind, in der Regel besser geeignet, um Neuerungen schnell zu integrieren Suse ist ein Pionier in diesem Geschäft.

Das Unternehmen wurde 1992 in Nürnberg gegründet und beschäftigt weltweit rund 1400 Mitarbeiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Ende Oktober 2017 setzte Suse rund 320 Millionen Dollar um. Suse ist ein Akronym für Software und System-Entwicklung. Micro Focus hatte Suse 2014 im Rahmen des 2,35 Milliarden Dollar schweren Kaufs von Attachmate erworben, zu der auch das Tochterunternehmen Novell gehörte. 2016 übernahm Micro Focus unter anderen mehrere Softwarebereiche von Hewlett Packard für 2,5 Milliarden Dollar.

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