05.09.2018 
Digitaler Getränkehandel

Wie Coca-Cola und Bitburger Amazon in Schach halten wollen

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Coca-Cola-Flaschen: Der Getränkehändler will die Marktmacht
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Coca-Cola-Flaschen: Der Getränkehändler will die Marktmacht

Was der Onlinehändler Amazon anfasst, wird oft zu Gold. Wie gut das bislang klappte, zeigte zuletzt die Entwicklung an der Börse, wo Amazon gerade nach Apple zur zweiten Billionen-Dollar-Firma aufgestiegen ist.

Eine Tatsache, die auch in Deutschland viele Unternehmen zunehmend nervös macht. Denn nach der Eroberung des Endkundenmarktes hat sich Amazon aufgemacht, nun auch den Geschäftskundenmarkt aufzurollen. Zunächst zwar noch in kleinen Schritten. Doch aktuell rührt das Unternehmen massiv die Werbetrommel für sein Geschäftskundensegment Amazon Business.

Bislang sind es zwar noch vor allem Büromaterial, Klopapier und Putzmittel, die die rund 300 000 Kunden bei Amazons Geschäftskundenplattform bestellen. Und 75.000 Anbieter, die laut Zahlen von Forrester ihre Produkte auf der Plattform anbieten. Doch darüber, dass Amazon auch in andere für Geschäftskunden attraktive Segmente expandieren wird, darüber macht sich heute kaum einer mehr Illusionen.

Um Amazon in ihrem Bereich zuvorzukommen und als Ansprechpartner für Gastronomiebetriebe, Getränkefachhändler und Kioskbetreiber selbst relevant zu bleiben, haben sich auf dem Getränkemarkt nun zwei Allianzen in Stellung gebracht. Und Digitalplattformen gegründet, die den Kunden das heute noch oft analoge Bestellen über Fax oder Telefon deutlich einfacher machen sollen.

Auf der einen Seite Coca-Cola, die Brauereigruppe Bitburger (unter anderem Bit, König Pilsener, Licher) und Krombacher mit ihrer Plattform Kollex. Über die Plattform, die - das regulatorische Ok vorausgesetzt - 2019 bundesweit ausgerollt werden soll, sollen Gastronomen und andere Geschäftskunden künftig ihre Gestränkebestellungen online abwickeln können. Geliefert wird dann wie gehabt von den Fachmärkten.

Auf der anderes Seite "Team Beverage", das es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, die Getränkebestellung für Büros, Kantinen Gastronomiebestriebe und Getränkefachmärkte zu digitalisieren und zu vereinfachen. Im Team hier: Die Coop-Schweiz-Tochter Transgourmet, Dr. Oetker mit seiner Radeberger-Gruppe (unter anderem Radeberger, Schlösser Alt, Schöfferhofer) und die Paulaner Brauerei.

Ein Wettstreit, der von Amazon sicher mit großem Interesse verfolgt werden dürfte.

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