10.12.2018 
KI-Strategie

Künstliche Intelligenz - was Deutschland besser machen muss

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Mensch und Maschine: Künstliche Intelligenz stellt Politik und Gesellschaft vor neue Herausforderungen
Andrey Armyagov/ddp images
Mensch und Maschine: Künstliche Intelligenz stellt Politik und Gesellschaft vor neue Herausforderungen

Deutschland will zum führenden Standort für Künstliche Intelligenz werden. Bislang ist die Bundesrepublik davon weit entfernt. KI-Experten kritisieren die jüngst ersonnene Strategie. Damit Deutschland zur Weltspitze aufschließen und von der riesigen Wertschöpfung profitieren kann, muss sich einiges ändern.

Wenn es um das Hype-Thema Künstliche Intelligenz geht, lassen sie sich alle gerne blicken. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel über Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Verkehrsminister Andreas Scheuer, Arbeitsminister Hubertus Heil und Forschungsministerin Anja Karliczek bis hin zu Justizministerin Katarina Barley - beim Digitalgipfel an Dienstag in Nürnberg herrschte an Berliner Politi-Prominez kein Mangel.

Es ist - zugegeben - ein eher spätes Erwachen. In den USA und China spielt Künstliche Intelligenz schon heute eine viel größere Rolle als in Deutschland. Nur die Hälfte aller deutschen Unternehmen wendet laut einer aktuellen BCG GAMMA Studie überhaupt KI-Technologien an. Und das Gros davon ist noch beim Herantasten an die neuen technologischen Möglichkeiten. Doch seit kurzem hat nun auch Deutschlandeine KI-Strategie.

Kaum waren die Pläne der Bundesregierung publik, setzte auch schon die lautstarke Kritik ein. Drei Milliarden Euro - die Summe, die die deutsche Bundesregierung bis einschließlich 2025 investieren will - und auf deren Verdoppelung sie durch Länder und andere Stakeholder hofft, sei viel zu gering, kritisierten viele. Halbherzig sei der Ansatz.

Um tatsächlich zu China aufzuschließen, das schon jetzt in der Künstlichen Intelligenz einen deutlichen Vorsprung hat und in den nächsten Jahren 150 Milliarden Dollar in die KI-Forschung investieren will, seien nicht drei sondern 300 Milliarden nötig, kritisierte etwa einer der in Deutschland bekanntesten KI-Experten, der wissenschaftliche Direktor des Schweizer KI-Forschungsinstituts IDSIA, Jürgen Schmidhuber.

Doch auch jenseits des Vorwurfs, zu zaghaft an die Sache heranzugehen, sehen Stakeholder der verschiedenen Seiten - Investoren, Wissenschaftler und Unternehmer - Schwächen oder Probleme, die die Bundesregierung mit der bisherigen Ausarbeitung der Strategie zu übersehen droht.

Das Ausmerzen dieser Schwächen könnte dafür entscheidend sein, ob es Deutschland gelingt, in der Technologie, der Wissenschaftler mehr katalysatorische Kraft als der Dampfmaschine zutrauen, ganz vorne mitzuspielen und von der Wertschöpfung ein beträchtliches Stück abzubekommen. Forscher des McKinsey Global Institutes in Washington taxieren besagte Wertschöpfung auf bis zu 13 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2030.

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