29.11.2018 
Zuviel Regulierung?

Booking.com baut offenbar massiv Belegschaft in Berlin ab

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Baut nach Arbeitsrechtsstreitigkeiten offenbar Jobs in Berlin ab: Booking.com-Chefin Gillian Tans
imago/ZUMA Press
Baut nach Arbeitsrechtsstreitigkeiten offenbar Jobs in Berlin ab: Booking.com-Chefin Gillian Tans

Die Buchungsplattform Booking.com will Medienberichten zufolge massiv Belegschaft in Berlin abbauen. Wie die niederländische Zeitung "Het Financieele Dagblad" und das deutsche Onlineportal "Gründerszene" unter Berufung auf Informationen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di berichten, sollen 345 Arbeitsplätze in der deutschen Hauptstadt abgebaut werden. Befristete Verträge, von denen es bei Booking.com wohl eine Vielzahl gibt, sollen demnach offenbar in vielen Fällen nicht verlängert werden.

Wie die beiden Zeitungen weiter berichteten, waren der Entscheidung offenbar Unstimmigkeiten und teils auch Gerichtsstreitigkeiten über die Beschäftigungsbedingungen insbesondere Urlaubsplanung oder Arbeitszeiten in den Kundenservicecentern vorangegangen. Laut "Het Financieele Dagblad" wurde im Streit um Arbeitszeiten sogar ein Kompromiss gerichtlich erwirkt.

Bei Booking.com wollte man sich zu den Berichten gegenüber manager-magazin online nicht detailliert äußern. Die Buchungsplattform erklärte lediglich, man lege derzeit zwei getrennte Kundendienstzentren zusammen und beabsichtige definitiv, den Betrieb und die Investitionen in Deutschland aufrechtzuerhalten. Bei ver.di selbst war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Anders als bei vielen deutlich kleineren Startups unterhält Booking.com seit einiger Zeit einen Betriebsrat, den die Beschäftigten aber offenbar gegen den Widerstand des Unternehmens gegründet hatten. In den Callcentern sind viele Muttersprachler beschäftigt, die mit Booking.com-Kunden aus aller Welt kommunizieren. Betriebsratsangaben zufolge sind mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse befristet. Zudem müssen die Beschäftigten offenbar genau dokumentieren, was sie während der Arbeitszeit machen.

Die Zahlen über die Anzahle der Beschäftigten in Deutschland schwanken. Während Booking.com-Chefin Gillian Tans noch im April von 1155 Mitarbeitern in zwei Kundenservicezentren und beim einem Kontaktzentrum für Hotels sprach, ist bei ver.di von 816 Mitarbeitern (offenbar in den Kundenzentren) die Rede.

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