29.11.2018 
Amazon drängt in den Gesundheitsmarkt

Wie Amazon mit KI Ärzte und Patienten ködern will

Von
Arzt mit Stethoskop: Amazon bietet Ärzten künstlich intelligente Unterstützung
DPA
Arzt mit Stethoskop: Amazon bietet Ärzten künstlich intelligente Unterstützung

Amazon macht sich auf, nach dem Onlinehandel nun auch den Markt für elektronische Gesundheitsdienste aufzurollen. Zu diesem Zweck hat Amazon eine Software entwickelt, die Ärzten und Krankenhäusern dabei helfen soll, die Behandlungen von Patienten zu optimieren und gleichzeitig dabei Kosten zu sparen.

Die Idee: Eine von Amazon entwickelte Software soll digitalisierte Patientenakten nach relevanten Informationen durchpflügen, die Ärzten bei der Behandlung helfen sollen, berichtet das "Wall Street Journal". Damit sei Amazon in der Lage "vollkommen automatisiert" Details zu den Patienten "mit unglaublicher Präzision" zu identifizieren, zitiert die Zeitung, den für Künstliche Intelligenz (KI) verantwortlichen Manager Matt Wood bei der Amazon-Cloud-Sparte Amazon Web Services. Eine Technologie, die Amazon offenbar auch schon in anderen Branchen und Industrien etwa für Reisebüros oder das Lieferkettenmanagement anbietet.

Die mittels so genannten "Deep Learnings" trainierte Software, die für Ärzte Daten wie Krankheiten, Verschreibungen und Behandlungen in einer Art Übersicht organisiert, wurde in einem Krebsforschungszentrum in Seattle getestet. Und sie soll dort künftig auch verwendet werden, um Patenten zu identifizieren, die sich aufgrund ihres Krankheitsverlaufes für bestimmte Medikamententest eignen könnten.

Es ist nicht der erste Vorstoß Amazons in diesem Sektor: Erst kürzlich hatte Amazon zusammen mit Warren Buffets Berkshire Hathaway and JPMorgan Chase die Gründung eines Unternehmens bekannt gegeben, das sich zunächst um Gesundheitslösungen für Firmen kümmern soll. Längerfristig aber alle Amerikaner als Nutzer im Visier hat.

Zudem hatte Amazon kürzlich - angeblich für eine Milliarde Dollar - die Online-Apotheke PillPack gekauft, seine Zusammenarbeit mit Krankenhäusern beim Verkauf von Medizin-Zubehör verstärkt und auch personell - unter anderem beim Alexa-Team - Gesundheits- und Wellness-Experten angeworben. Zu den Neuzugängen zählte unter anderem die frühere "Health Informatics"-Verantwortliche der US-Gesundheitsbehörde FDA.

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