25.09.2018 
Neue Mobilisierungsstrategie

Wie Airbnb Gastgeber zu Lobbyisten machen will

Von
Schlüsselanhänger mit Airbnb-Logo
DPA
Schlüsselanhänger mit Airbnb-Logo

Es ist ein Vielfrontenkrieg, den Zimmervermittler Airbnb auf der ganzen Welt führt. Von New York über San Diego und Paris bis nach Barcelona streitet sich das US-Unternehmen mit Kommunen und Verwaltungen: Ringt mit ihnen darum, wer welchen und wieviel Wohnraum in dem Portal einstellen darf. Und wer für illegale Angebote zur Rechenschaft gezogen wird. Ein Streit, der beispielsweise aktuell auch in Paris schwelt, wo die Behörden bei Zuwiderhandlungen künftig Airbnb zur Rechenschaft ziehen wollen.

Darin, seine Klientel gegen unliebsame Regulierungen zu mobilisieren, hat Airbnb bereits Erfahrung. So schaffte das Unternehmen beispielsweise schon vor Jahren in der deutschen Hauptstadt sogenannte Stellen für Community-Organizer, die Gastgeber dazu bewegen sollten, Pro-Airbnb-Lobbygruppen zu gründen. Oder sammelte wie kürzlich in San Diego - gegen massive Widerstände - Unterschriften, um per Referendum Restriktionen auf dem Wohnvermittlungsmarkt wieder abzubauen.

Nun hat Airbnb offenbar einen weiteren, womöglich noch effizienterenWeg entdeckt, die Bevölkerung für seine Zwecke einzuspannen: Indem es seine Gastgeber am Unternehmen beteiligt.

In einem Brief an die SEC schlägt das Unternehmen der Behörde vor, künftig auch zuzulassen, Gastgeber mit Aktien am Unternehmen zu beteiligen. Als Marktplatz in der Sharing-Economy habe Airbnb Erfolg, wenn die Gastgeber Erfolg hätten, begründete Airbnb seinen Vorstoß in dem Schreiben.

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